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Schwermetallanalysen an Verpackungen im Rahmen des PPWR-Programms

Einleitung: Die regulatorische Bedeutung von Schwermetallen für die Verpackungssicherheit

Die chemische Sicherheit von Verpackungsmaterialien ist eine der grundlegendsten Anforderungen der Verpackungsverordnung der Europäischen Union (PPWR) sowie ihrer Vorgängerin, der Richtlinie 94/62/EG über Verpackungen und Verpackungsabfälle. Dieser Rechtsrahmen regelt streng das Vorkommen von vier prioritären Schwermetallen in Verpackungsmaterialien, um die Umweltauswirkungen von Verpackungen zu minimieren, die Integrität der Recyclingprozesse zu gewährleisten und Risiken für die menschliche Gesundheit durch Boden, Wasser und Luft in der Endentsorgungsphase zu vermeiden. Nano-Test Labor Services führt die im Rahmen der PPWR erforderlichen Schwermetallanalysen mit modernsten Messgeräten und GLP-konformen Validierungsverfahren durch; wir bieten unseren Kunden nicht nur zuverlässige analytische Daten, sondern auch einen umfassenden Service, der die Interpretation der Ergebnisse im regulatorischen Kontext umfasst.

Regulierte Schwermetalle im Rahmen der PPWR und der Richtlinie 94/62/EG

Die PPWR und die ihr zugrunde liegende Richtlinie 94/62/EG legen klare und verbindliche Grenzwerte für die Schwermetallkonzentrationen fest, die in Verpackungsmaterialien vorkommen dürfen. Demnach ist es verboten, dass die Verpackung oder einzelne Verpackungskomponenten eine Konzentration an Blei (Pb), Cadmium (Cd), Quecksilber (Hg) und sechswertigem Chrom (Cr(VI)) aufweisen, die 100 ppm (mg/kg) des Gesamtgewichts übersteigt. Dieser Schwellenwert gilt nicht nur für die Endform der Verpackung, sondern gilt separat für alle Verpackungskomponenten, einschließlich Druckfarben, Lacke, Beschichtungen, Klebstoffe, Farbstoffe und recycelte Rohstoffe.

Die folgende Tabelle fasst die regulierten Schwermetalle, ihre chemischen Symbole, den Gesamtkonzentrationsgrenzwert im Rahmen der PPWR sowie die typischen Gründe für ihr Vorkommen in Verpackungsmaterialien zusammen:

SchwermetallChemisches SymbolPPWR-Gesamtgrenzwert (ppm)Typische Gründe für das Vorkommen in Verpackungen
BleiPb≤ 100 (Summe aus vier Metallen)PVC-Stabilisatoren, Pigmente, Lote, recycelte Materialien
CadmiumCd≤ 100 (Summe der vier Metalle)Leuchtend gelbe/orange/rote Pigmente, PVC-Stabilisatoren, Beschichtungen
QuecksilberHg≤ 100
(Summe der vier Metalle)
Als Biozide verwendete Konservierungsmittel, Fungizide, Katalysatorrückstände
Sechswertiges ChromCr(VI)≤ 100 (Summe der vier Metalle)Korrosionsschutzbeschichtungen, chromathaltige Oberflächenbehandlungen, Pigmente

Hinweis: Der Grenzwert wird auf Basis des Trockengewichts der Verpackung, des Verpackungsbestandteils oder des Verpackungsabfalls berechnet. Der Grenzwert von 100 ppm gilt für die arithmetische Summe der Konzentrationen der vier Metalle.

Analytische Methodik und Instrumentierung im Nano-Test-Labor

In den Nano-Test-Laboren erfolgt die quantitative Bestimmung von Schwermetallen in Verpackungsproben in voller Übereinstimmung mit international anerkannten Standardmethoden (EN 15586, EPA 3052, ISO 11885, EN ISO 17294-2). Unser analytischer Arbeitsablauf ist in jeder Phase – von der Probenvorbereitung bis zur Datenauswertung – durch die GLP-Grundsätze gesichert.

Probenvorbereitung durch mikrowellenunterstützte Säureaufschluss

Die homogenisierte Verpackungsprobe wird zunächst auf einer hochpräzisen Waage gewogen und anschließend in einer geschlossenen Mikrowellenaufschlussanlage unter kontrollierter Temperatur und kontrolliertem Druck in einer Mischung aus hochreinem Salpetersäure (HNO₃) und gegebenenfalls Salzsäure (HCl) oder Wasserstoffperoxid (H₂O₂) vollständig aufgelöst. Dieser Schritt sorgt dafür, dass die in der Probenmatrix gebundenen Metalle in die freie Ionenform überführt und für die Analyse aufbereitet werden. Die nach der Zersetzung erhaltene Lösung wird unter Anwendung geeigneter Verdünnungsfaktoren der instrumentellen Analyse zugeführt.

Quantitative Bestimmung mittels ICP-MS und ICP-OES

In unserem Labor werden zwei sich ergänzende instrumentelle Plattformen zur quantitativen Bestimmung von Schwermetallen eingesetzt. Die folgende Tabelle stellt die grundlegenden Eigenschaften, Vorteile und Anwendungsbereiche dieser beiden Techniken bei Nano-Test im Vergleich dar:

MerkmalICP-MS (Induktiv gekoppeltes Plasma – Massenspektrometrie)ICP-OES (Induktiv gekoppeltes Plasma – Optisches Emissionsspektrometer)
FunktionsprinzipTrennung und Zählung der im Plasma ionisierten Elemente anhand ihres Masse-zu-Ladungs-Verhältnisses (m/z)Messung der von den im Plasma angeregten Elementen bei ihren charakteristischen Wellenlängen emittierten Strahlung
Typische Bestimmungsgrenze (LOQ)0,001 – 0,1 ppm (im µg/L-Bereich)0,01 – 0,5 ppm
VorteileBestimmung im Ultra-Spurenbereich; hohe Empfindlichkeit bei sehr niedrigen Konzentrationen; Möglichkeit der IsotopenanalyseHöhere Matrixverträglichkeit; breiter linearer Messbereich; schnelle Multielementanalyse
Anwendungsbereich bei Nano-TestBestimmung von Blei (Pb), Cadmium (Cd), Quecksilber (Hg) und andere Spurenmetalle im ppb-BereichProben mit höheren Konzentrationen, Matrixeffektmanagement und ergänzende Validierung

Spezifische Methode zur Bestimmung von sechswertigem Chrom (Cr(VI))

Die Analyse von sechswertigem Chrom (Cr(VI)) unterscheidet sich methodisch von der Bestimmung des Gesamtchroms. Cr(VI) ist die toxikologisch risikoreichste Chromform und unterliegt im Rahmen der PPWR spezifischen Grenzwerten. Die Cr(VI)-Bestimmung im Nano-Test-Labor erfolgt nach einer validierten Methode, die auf einer alkalischen Extraktion (EPA 3060A), einer Komplexbildung mit Diphenylcarbazid (DPC) und einer quantitativen Messung mittels UV-Vis-Spektralphotometrie basiert. Bei Bedarf erfolgt eine Validierung zusätzlich mittels Ionenchromatographie (IC).

Qualitätskontrolle und Methodenvalidierung

Alle im Nano-Test-Labor durchgeführten Schwermetallanalysen erfolgen im Rahmen eines Qualitätsmanagementsystems, das vollständig mit den GLP-Grundsätzen und den Anforderungen der ISO 17025-Akkreditierung im Einklang steht. Die folgende Tabelle fasst die in jeder Analyseserie angewandten Qualitätskontrollparameter und Akzeptanzkriterien zusammen:

QualitätskontrollparameterAnwendungshäufigkeitAkzeptanzkriterium
BlindprobeMindestens 1 pro Serie< LOQ (unterhalb der Bestimmungsgrenze)
Zertifiziertes Referenzmaterial (CRM)Mindestens 1 Stück pro SerieWiederfindung innerhalb von ±10 % des Zertifikatswerts
Wiederfindung bei Matrix-Spike</ td>Für jeden Matrixtyp in jeder SerieWiederfindungsrate zwischen 80 % und 120 %
Duplikatanalyse1 Stück pro 10 ProbenRelativer prozentualer Unterschied (RPD) ≤ 20 %</ td>
Unabhängiger Qualitätskontrollstandard (IQC)1 von 10 ProbenInnerhalb von ±10 % des erwarteten Werts

Der integrierte Serviceansatz und die Berichterstattung von Nano-Test

Als Nano-Test Labor Services bieten wir Schwermetallanalysen nicht als isolierten Test an, sondern als integralen Bestandteil des PPWR-Konformitätsprozesses. Der Mehrwert, den wir unseren Kunden bieten, geht über die reine analytische Messung hinaus und umfasst folgende Schritte:

  • Lieferkettenanalyse: Bei mehrschichtigen und aus mehreren Komponenten bestehenden Verpackungsstrukturen wird für jede einzelne Schicht oder Komponente (Tinte, Klebstoff, Beschichtung, Hauptträgermaterial) eine separate Analyse durchgeführt, um die Quelle einer möglichen Grenzwertüberschreitung präzise zu ermitteln.
  • Bewertung der regulatorischen Konformität: Die erzielten Ergebnisse werden mit dem Gesamtgrenzwert von 100 ppm verglichen, woraufhin für jede Komponente und die Endverpackung eine Konformitäts- bzw. Nichtkonformitätserklärung abgegeben wird.
  • Technische Berichterstattung und Beratung: Es wird ein umfassender technischer Bericht erstellt, der alle analytischen Daten, die Ergebnisse der Qualitätskontrolle sowie die regulatorische Bewertung enthält. Im Falle einer Nichtkonformität werden dem Kunden Empfehlungen für Korrekturmaßnahmen zur Behebung der Ursache des Problems mitgeteilt.

Um die Konformität Ihrer für den europäischen Markt bestimmten Verpackungen hinsichtlich Schwermetallen sicherzustellen, die PPWR-Anforderungen vollständig zu erfüllen und Ihre Lieferkette vor regulatorischen Risiken zu schützen, können Sie sich an unser Expertenteam wenden, um detaillierte Informationen zu den akkreditierten Schwermetallanalysen und der technischen Beratung von Nano-Test zu erhalten.

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