Gesamtfluor-Analyse: Ein bewusster erster Schritt beim PPWR-PFAS-Screening
Die Verpackungsverordnung der Europäischen Union (PPWR) hat mit den bevorstehenden Beschränkungen für die Verwendung von Per- und Polyfluoralkylstoffen (PFAS) in Verpackungen eine grundlegende Frage für Hersteller aufgeworfen: „Wie kann ich am genauesten, schnellsten und ressourcenschonendsten nachweisen, dass mein Produkt keine PFAS enthält?“ Der Umfang von LC-MS/MS-Methoden, die sich in der Regel auf einige Dutzend Zielverbindungen konzentrieren, kann angesichts des aus Tausenden von Verbindungen bestehenden PFAS-Spektrums begrenzt sein. Genau an dieser Stelle wird die Gesamtfluor-Analyse (Total Fluorine) mit ihrem zielunabhängigen (non-target) Ansatz zum Eckpfeiler Ihrer Strategie zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, da sie die Summe aller in der Probe enthaltenen Organofluorverbindungen als einen einzigen numerischen Wert liefert.
Nano-test bietet diese Analyse nicht nur als reine Messung an, sondern als strategisches Instrument zur Entscheidungsunterstützung, das den PPWR-Fahrplan unserer Kunden mitgestaltet.
Die Wissenschaft hinter der Methodik: Warum CIC?
Die als Goldstandard in der Gesamtfluor-Analyse anerkannte Methode der Verbrennungs-Ionenchromatographie (Combustion Ion Chromatography – CIC) basiert auf dem Prinzip, die Probe bei hohen Temperaturen (1000–1100 °C) einer oxidativen Verbrennung zu unterziehen und so alle fluorhaltigen Verbindungen in Fluoridionen (F⁻) umzuwandeln. Der größte Vorteil dieser Methode im Zusammenhang mit dem PFAS-Screening gegenüber anderen Techniken (z. B. extrahierbares organisches Fluor – EOF) besteht darin, dass die gesamte Probe matrizenunabhängig analysiert werden kann. Sie erfasst alle in der Probe vorhandenen Fluorquellen, einschließlich flüchtiger, halbflüchtiger oder polymerer PFAS-Verbindungen. Dies ist insbesondere bei Verpackungsmaterialien mit heterogenen und komplexen Matrices wie Beschichtungen, Klebstoffen oder recycelten Inhaltsstoffen ein entscheidender Vorteil. Das im Nano-Test-Labor eingesetzte CIC-System verfügt über eine Empfindlichkeit, die Quantifizierungsgrenzen im ppb-Bereich erreicht, und bietet für jede Probe einen vollautomatischen und rückverfolgbaren Analyseablauf.
Interpretation der Ergebnisse: Schwellenwerte und Entscheidungsbaum
Der numerische Wert, den die Gesamtfluor-Analyse liefert, ist weniger ein eigenständiges „Bestanden/Nicht bestanden“-Kriterium, sondern vielmehr der erste und wichtigste Knotenpunkt eines fundierten Entscheidungsbaums. Die Interpretationsstrategie, die wir bei Nano-Test unseren Kunden empfehlen und die mit den PPWR-Leitlinienentwürfen im Einklang steht, lautet wie folgt:
Ergebnis < Bestimmungsgrenze (LOQ): Dieses Szenario ist der stärkste Beweis dafür, dass die Probe keine organischen Fluorverbindungen in analytisch relevanter Konzentration enthält. Dieses Ergebnis kann im Rahmen der PPWR als ausreichend für die PFAS-Konformität angesehen werden, und eine zusätzliche gezielte PFAS-Analyse ist nicht erforderlich.
Ergebnis zwischen LOQ und regulatorischem Schwellenwert: Ein Ergebnis in diesem Bereich deutet auf eine geringe Kontamination mit Organofluorverbindungen hin. Zur Ermittlung der Quelle und zur Bestätigung, ob es sich um PFAS handelt, wird eine eingehende Untersuchung mittels spezifischer LC-MS/MS-Analysen empfohlen.
Ergebnis > Regulatorischer Schwellenwert: Ein hoher Gesamtfluorgehalt deutet darauf hin, dass die Probe mit hoher Wahrscheinlichkeit absichtlich PFAS enthält. In diesem Fall sollte umgehend ein gezielter Analyseprozess eingeleitet werden, um festzustellen, welche spezifischen PFAS-Verbindungen vorhanden sind, die Quelle zu ermitteln und eine Änderung der Rezeptur vorzunehmen.
Der integrierte Ansatz von Nano-Test: Analyse und Beratung
Nano-Test Labor Services betrachtet die Gesamtfluor-Analyse nicht als isolierten Test, sondern als integralen Bestandteil des PPWR-Konformitätsprozesses. Der Mehrwert, den wir unseren Kunden bieten, beschränkt sich nicht nur auf ein zuverlässiges numerisches Ergebnis aus einem akkreditierten und GLP-konformen Labor. Unser entscheidender Unterschied liegt in der technischen Beratung, die wir im Anschluss an die Analyse leisten. Wir interpretieren das ermittelte Gesamtfluor-Ergebnis gemeinsam mit Ihnen im Kontext der spezifischen Zusammensetzung Ihres Produkts, der verwendeten Rohstoffe und der regulatorischen Anforderungen Ihres Zielmarktes; je nach dem durch das Ergebnis angezeigten Risikoniveau planen wir gemeinsam die nächsten Schritte (wie z. B. die Auswahl eines gezielten PFAS-Panels, ein NIAS-Screening oder einen Lieferantenwechsel). Unser Ziel ist es, Ihnen im komplexen regulatorischen Umfeld der PPWR nicht nur Daten, sondern auch umsetzbare Erkenntnisse und strategische Orientierung zu bieten.
Wenden Sie sich an die Experten von Nano-Test, um die Gesamtfluor-Analyse zur PPWR-Konformität Ihrer Verpackungen sowie Ihre umfassende PFAS-Strategie zu besprechen.


