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OECD-Testrichtlinie 474 – Mammalian-Eritrosit

OECD-Testrichtlinie 474: Was ist der Säugetier-Erythrozyten-Mikronukleus-Test?

Zur Bewertung der Sicherheit neu entwickelter pharmazeutischer, biozider oder anderer chemischer Produkte für die Gesundheit von Mensch und Umwelt werden verschiedene toxikologische Tests durchgeführt. Einer dieser Tests ist die OECD-Testrichtlinie 474 – Säugetier-Erythrozyten-Mikronukleus-Test.

Dieser im Rahmen der GLP (Gute Laborpraxis) durchgeführte Test wird insbesondere verwendet, um das Potenzial von Produkten zur Schädigung des genetischen Materials, d. h. das Genotoxizitätsrisiko, aufzuzeigen.

Zweck des Mammalian Erythrocyte Micronucleus Test

Dieser Test untersucht die Bildung von Mikronuklei (kleine, abnormale Kernstrukturen) in Erythrozyten aus Knochenmark oder peripherem Blut, um Chromosomenschäden festzustellen. Mikronuklei entstehen durch die fehlerhafte Trennung von Chromosomen oder Chromosomenfragmenten während der Zellteilung und gelten als Indikator für genetische Schäden.

  • Dieser Test wird insbesondere in folgenden Fällen bevorzugt:
  • Entwicklungsprozess von pharmazeutischen Produkten
  • Sicherheitsbewertungen von Biozid- und Pestizidprodukten
  • Toxikologische Untersuchungen von Industriechemikalien
  • Erforderliche Fälle bei Kosmetika oder Körperpflegeprodukten

Anwendungsprozess gemäß OECD TG 474

Der gemäß den GLP-Standards durchgeführte Mikronukleustest umfasst die folgenden Schritte:

  1. Vorbereitung der zu testenden Substanz:Das Produkt wird unter Festlegung geeigneter Lösungsmittel und Dosierungsbereiche vorbereitet.
  2. Verwendung von Versuchstieren:In der Regel werden Mäuse oder Ratten verwendet. Vor Beginn der Arbeit wird die Genehmigung der Ethikkommission eingeholt.
  3. Exposition: Die Testsubstanz wird den Tieren oral, dermal oder durch Inhalation verabreicht.
  4. Probenahme: Nach einer bestimmten Zeit werden Erythrozytenproben aus dem Knochenmark oder peripherem Blut entnommen.
  5. Mikronukleus-Analyse: Die Erythrozyten werden unter dem Mikroskop untersucht. Die Häufigkeit der Mikronukleusbildung wird bestimmt.
  6. Auswertung der Ergebnisse: Es wird ein Vergleich mit der Kontrollgruppe durchgeführt und eine statistische Analyse vorgenommen.

Für welche Produkte ist der Erythrozyten-Mikronukleus-Test bei Säugetieren geeignet?

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