Körperpflege-/Kosmetikprodukte und Kosmetika
Mikrobielle Kontamination in Körperpflegeprodukten und Kosmetika stellt für Verbraucher eine große Gefahr dar.
Diese Produkte, die sogar in Supermarktregalen zu finden und leicht zu kaufen sind, unterliegen nicht denselben strengen Kontrollen wie verschreibungspflichtige Produkte. Bekannte Eigenschaften dieser Produkte sind die Veränderung des Aussehens, die Parfümierung, die Reinigung der Haut oder der Schutz der Haut vor äußeren Einflüssen. Neben dem Begriff „Körperpflege-/Kosmetikprodukte”, den wir in unserem Alltag verwenden, sollten wir auch den Begriff „Kosmezeutika” kennen.
Kosmetische Produkte werden von Dermatologen als Produkte definiert, die über die Verschönerung oder Parfümierung der Haut hinausgehen und die Haut verbessern und biologisch aktive Inhaltsstoffe enthalten. Die Mehrheit ist der Meinung, dass diese Produkte im gleichen Umfang wie alternative Kosmetikprodukte bewertet werden sollten.
Bewertung der mikrobiellen Belastung in Körperpflege-/Kosmetikprodukten
Für eine gesunde Haut sind die meisten Körperpflege-/Kosmetikprodukte unbedenklich. Wenn die Herstellung, Lagerung, der Transport und der Verkauf der Produkte unter geeigneten Bedingungen erfolgen und strenge Kontrollen durchlaufen, treten keine bekannten Probleme auf. Wenn jedoch die erforderlichen Bedingungen nicht geschaffen werden, ist dies aus Sicht der Qualität und der Verbrauchergesundheit bedenklich. Insbesondere kann es zu einer Kontamination des Produkts mit Mikroorganismen und damit zu einer Verderbnis kommen.
Dies bedeutet ein Gesundheitsrisiko für den Verbraucher.
Mechanische Verletzungen, Verbrennungen oder Hauterkrankungen wie atopische Dermatitis sind sensible Zustände, die zu einer Funktionsstörung der Hautbarriere führen können. In diesem Fall erhöht die Verwendung kontaminierter Körperpflege-/Kosmetikprodukte den möglichen Schaden. Dies gilt auch für Kinder, ältere Menschen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Bei einem Körperpflege-/Kosmetikprodukt gibt es zwei Möglichkeiten für eine mikrobielle Kontamination.
- Während der Herstellung oder Verpackung
- Während der Verwendung durch den Verbraucher
Jedes Produkt, das auf der Grundlage der einschlägigen Vorschriften oder internationalen Normen hergestellt wird, muss hinsichtlich der angegebenen Inhaltsstoffe und der mikrobiellen Eigenschaften analysiert und von einer zuständigen Stelle als konform bestätigt worden sein.
Andernfalls besteht die Gefahr einer Schädigung des Verbrauchers. Diese Möglichkeit führt auch zu einem Schaden für den Hersteller, beispielsweise durch einen Rückruf des Produkts oder das Nichtbestehen der entsprechenden Kontrollen.

Studien zu mikrobielle Kontamination
In einer Studie zu diesem Thema wurde die Kontaminationsgefährdung der betreffenden Produkte anhand von ungeöffneten/unbenutzten Produkten untersucht und es wurden bemerkenswerte Ergebnisse erzielt. Bei der Untersuchung von 100 Körperpflege- und Kosmetikprodukten wurden Candida albicans, Staphylococcus aureus, aerobe mesophile Bakterien, Escherichia coli, Hefen und Schimmelpilze sowie Pseudomonas aeruginosa-Kontaminationen bewertet und die Ergebnisse mit international gültigen Standards verglichen.
Die zufällig in Einzelhandelsgeschäften ausgewählten Produkte wurden auf der Grundlage der Norm EN ISO 21150 auf Mikroorganismen untersucht und identifiziert. Gemäß dieser Norm, die eine direkte Koloniezählung und Anreicherungskultur umfasst, wurden folgende Ergebnisse erzielt:
- Direkte Koloniezählung: Gesamtzahl der aeroben mesophilen Bakterien (Gesamtzahl der aeroben Mikroorganismen und Gesamtzahl der Hefen und Schimmelpilze)
- In der Anreicherungskultur wurden bestimmte schädliche Krankheitserreger wie Escherichia coli, Pseudomonas aeruginosa, Staphylococcus aureus und Candida albicans
nachgewiesen.
Für 100 Proben wurde ein mikrobiologisches Risiko von 19 % festgestellt. Die gewonnenen Daten sind in der folgenden Tabelle aufgeführt.
In 15 Proben wurde eine Kontamination mit aeroben mesophilen Bakterien festgestellt.
| Produkt | Kontaminationswerte |
| Talkumpuder | 200 – 8965 CFU/g |
| Zahnpasta | 7623 CFU/g |
| Haargel | 700 – 2345 CFU/g |
| Körperpflegeprodukte | 1120 – 5780 CFU/g |
| Pflegeprodukte für Gesicht und Nacken | 4200 – 6876 CFU/g |
| Henna-Produkte | 500 – 57.000 CFU/g |
In 13 Proben wurde eine Kontamination mit Hefen und Schimmelpilzen festgestellt.
| Produkt | Kontaminationswerte |
| Talkumpuder | 100 – 1872 CFU/g |
| Mundhygieneprodukte | 1239 – 7623 CFU/g |
| Haargel | 700 – 2345 CFU/g |
| Körperpflegeprodukte | 300 – 2462 CFU/g |
| Feuchtigkeitscreme für das Gesicht | 2369 CFU/g |
| Henna-Produkte | 100 – 7500 CFU/g |
Wie bereits erwähnt, wurde bei neuen oder teilweise gebrauchten Kosmetikprodukten eine mikrobielle Kontamination mit aeroben mesophilen Bakterien und Hefen festgestellt. Die gewonnenen Daten zeigen, dass Talkumpuder und Henna-Produkte eine hohe mikrobielle Belastung aufweisen. Als Ursache hierfür kann der vermehrte Kontakt dieser Produkte mit Luft angesehen werden. Die getesteten Produkte waren negativ auf eine Kontamination mit Pseudomonas aeruginosa, Candida albicans, Staphylococcus aureus oder Escherichia coli.
Welche Maßnahmen sollten Hersteller von Körperpflege-/Kosmetikprodukten ergreifen?
Hersteller von Körperpflege-/Kosmetikprodukten sollten zahlreiche Maßnahmen ergreifen, um finanzielle Einbußen und Reputationsverluste zu vermeiden und zu zeigen, dass sie der Gesundheit der Verbraucher Vorrang einräumen. Sie sollten für ausreichende Hygiene sorgen und ihre Produkte regelmäßig von zugelassenen Labors testen lassen. Im Rahmen der mikrobiologischen Untersuchungen von Kosmetika ist es wichtig, mit einem nach „ISO 21150 Kosmetika – Mikrobiologie – Suche nach Escherichia coli“ akkreditierten Labor zusammenzuarbeiten, um den Prozess zu beschleunigen und eine Produktion mit korrekten Ergebnissen zu gewährleisten.


